Lux-Airport als Wirtschaftsmotor der Region

Im Gespräch mit

René Steinhaus, Commercial Director Lux-Airport

René Steinhaus ist Commercial Director am Lux-Airport und kennt die Vorzüge des Luxemburger Flughafens: „Wir sind ein Boutique Airport. Wir haben alles, was einen großen Flughafen auszeichnet, verknüpfen das aber mit kurzen Wegen und relaxtem Reisen!“

Spätestens seit der Eröffnung des neuen Terminal A im Jahr 2008 präsentiert sich der Luxemburger Flughafen als zukunftsorientiertes Unternehmen. In diesem Jahr wurde Terminal B eröffnet und an die

Gates angeschlossen – doch vollendet sind die Bauarbeiten noch lange nicht, wie die vielen Baustellen auf dem Flughafengelände verraten. „Ein Flughafen ohne Baukräne ist nicht gesund“, weiß René Steinhaus, der ehrgeizige Ziele verfolgt: „Wir verbessern ständig unsere

Infrastruktur und unseren Service – und schauen, wie wir weiterkommen können. Wir möchten uns von anderen Flughäfen differenzieren und nehmen uns nur die Besten zum Vorbild, zum Beispiel Dubai und München!“

Boutique Airport mit kurzen Wegen

Ein wichtiges Kriterium für einen Top-Flughafen bildet die Erreichbarkeit, die der Commercial Director mit dem Standort Findel durchaus positiv bewertet. „Wir haben ein Einzugsgebiet von rund 9 Millionen Menschen mit einer Anreisezeit bis circa zwei Stunden. Damit können wir uns als Heimatflughafen aller vier umliegenden Länder der Region etablieren!“ Im vergangenen Jahr nutzten 3 Millionen Passagiere Luxemburg als Ausgangspunkt für Geschäfts- oder Urlaubsreise, in 2017 ist die Zahl der Passagiere bereits auf 3,5 Millionen geklettert – Tendenz weiter steigend. Neben ausgeklügelten Parkplatzkonzepten und neuen Flugrouten zum Beispiel nach Warschau, Athen, Nizza, Kopenhagen und Venedig, beruht der Erfolg des internationalen Flughafens im Großherzogtum auch auf einem außergewöhnlichen Airline-Mix, der drei Segmente abdeckt: Klassischer Linienverkehr, Low Cost Carrier wie Easyjet und Ryanair sowie Ferienflüge mit Luxair Tours. „Für einen Flughafen unserer Größe ist diese breite Aufstellung schon etwas Besonderes“, sagt René Steinhaus. Hinzu kommt, dass sich Luxemburg dank Cargolux als sechstgrößter Frachtflughafen in Europa etabliert hat. Aktuell ist der Flughafen zudem die größte Frachtbasis für Qatar Airways außerhalb Qatars, und Emirates ist als Vollfrachter ganz neu dazu gekommen.

Werbung gibt Flughäfen ein Gesicht

Lux-Airport handelt als Infrastrukturbetreiber und versteht sich als Operator einer Plattform. „Der Flughafen ist das Erste und Letzte, was die Leute sehen, wenn sie in ein Land kommen oder es verlassen. Shops, Restaurants und Werbung geben Flughäfen ein individuelles Gesicht“, erläutert Commercial Director Steinhaus. „In Luxemburg findet man internationale Player wie Starbucks, aber auch lokale Topanbieter wie Oberweis, die anspruchsvollen Passagieren Qualität made in Luxemburg nahebringen. Unser Restaurant ist auch zu einer gefragten Location für Nicht-Reisende avanciert, und es besteht für jedermann die Möglichkeit, Konferenzräume am Terminal zu mieten!“

Vorausschauende Planung

Das generell hohe Wirtschaftswachstum und die Mehrsprachigkeit im Großherzogtum mag den Erfolg des Flughafens begünstigen, doch die Tatsache, dass Lux-Airport das stärkste Wachstum in Europa ausweisen kann, beruht auf einer klaren Strategie, wie René Steinhaus erklärt: „Wir investieren stetig in neue Technologien und planen vorausschauend.“ So passt zum Beispiel die Tram Haltestelle, die ab 2021 am Flughafen eingerichtet werden soll, in das Nachhaltigkeitskonzept mit 100% grünem Strom und Elektroautos am Flughafen. Richtungsweisend ist auch die Entwicklung von Airport City unter anderem mit Hotels, Büros, Shops, Fitnesscenter und Wäscherei.

Wirtschaftsfaktor

„Ein Flughafen ist immer ein großer Kompromiss aus vielen Dingen: Erreichbarkeit, Parkplätze, Logistik“, fasst René Steinhaus zusammen. Lux-Airport ist bestens aufgestellt und spielt eine entscheidende Rolle als Wirtschaftsfaktor. Eine Analyse in 2016 hat gezeigt, dass am Flughafen insgesamt circa 6.300 Mitarbeiter direkt beschäftigt sind, indirekt weitere 4.000 Jobs vom Flughafen abhängen und insgesamt rund 24.000 Jobs in unmittelbarer Beziehung zum Flughafen stehen. Das entspricht etwa 5 % des Bruttosozialprodukts pro Jahr.