Im Gespräch

Patrick Colles – APEL

(L’association des patrons électriciens du Luxembourg)

Das Tätigkeitsfeld eines Elektrikers reicht heute von der simplen Lampenanbringung bis hin zum komplett programmierten Smart Home. Technisch anspruchsvoll, gut bezahlt und geprägt von immer neuen Herausforderungen – die Elektrotechnik eröffnet ein abwechslungsreiches Aufgabengebiet findet Patrick Colles, Präsident der Association des Patrons Électriciens (kurz APEL). Der engagierte Verbandschef ist davon überzeugt, dass der Beruf des Elektrikers oft unterschätzt wird. Zeit für einen Imagewechsel.

Zäit fir Kontakter: Herr Colles, seit wann gibt es den Elektrikerverband und wie viele Mitglieder haben Sie derzeit?

Patrick Colles: Der luxemburgische Elektrikerverband APEL wurde bereits 1928 gegründet. Wir feiern also im kommen- den Jahr unser 90-jähriges Jubiläum! Zu unseren Mitgliedern gehören aktuell rund 200 Elektrobetriebe, die insgesamt circa 6.000 Mitarbeiter beschäftigen. Neben ein paar großen Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern sind es hauptsächlich kleinere und mittlere Betriebe, die sich in unserem Verband organisiert haben. Übrigens: Eine Mitgliedschaft im Verband ist freiwillig und nicht zwingend.

Zäit fir Kontakter: Welche Vorteile bietet die Mitgliedschaft im APEL?

Patrick Colles: Als Mitglied des Verbandes kommt ein Elektrobetrieb in den Genuss einer Vielzahl von Leistungen mit direktem, geldwertem Nutzen für den Betrieb. Verbandsmitglieder können auf einen Pool von Spezialisten Zugriff nehmen, die rund um das Handwerk ein komplettes Informationsangebot bereithalten – und das zu einem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis. Angesichts des steigenden Konkurrenzdrucks und den sich immer schneller wandelnden Märkten bieten wir damit unterm Strich einen unschlagbaren Wettbewerbsvorteil!

Zäit fit Kontakter: In welchen Bereichen beraten Ihre Spezialisten konkret?

Patrick Colles: Unser Team besteht aus Juristen und Wirtschaftswissenschaftlern und steht den Mitgliedern kostenlos Rede und Antwort. Wir beantworten Fragen des Arbeits-, Sozialversicherungs- und Wirtschaftsrechts und informieren über neue Entwicklungen und Urteile. Die technische und ökonomische Fachberatung berücksichtigt Aspekte wie Unternehmensführung, Commodo-Incommodo, öffentliche Ausschreibungen und Fördermaßnahmen, Umwelt- und Naturschutz, Sicherheit und Gesundheit, Aus- und Weiterbildung, Energie, Marketing – und viel Wissenswertes mehr. Außerdem verhandeln wir den Kollektivvertrag für das Elektrohandwerk und liefern Infos über Neuerungen und Ergebnisse.

Zäit fir Kontakter: Was hat der Verband bisher erreicht?

Patrick Colles: Wir haben im Januar 2016 ein Kompetenz Center für die technischen Berufe im Handwerk gegründet, das einen wichtigen Beitrag für die Weiterbildung der Fachkräfte leistet. Dort werden neueste Techniken für die Bereiche Elektrotechnik, Heizung und Sanitär geschult. Momentan befindet sich unser Kompetenz Center in Contern im Aufbau, und im Frühjahr 2018 gibt es den ersten Spatenstich für einen Neubau in Bettemburg.

Zäit fir Kontakter: Wo sehen Sie zukünftige Herausforderungen für die APEL?

Patrick Colles: Unsere größte Herausforderung besteht darin, qualifizierte Arbeitskräfte auf den Markt zu bringen. Deshalb sind die Kompetenz Center für uns auch so wichtig! Das Schulsystem und die Leistungen der Schulabgänger entsprechen nicht immer den Anforderungen des Arbeitsmarktes und unseres Handwerkes. Die Technik entwickelt sich einfach schneller als man in der Ausbildung darauf reagieren kann – das Problem müssen wir lösen!

Zäit fir Kontakter: Wie beurteilen Sie die momentane Entwicklung des Verbandes – und der Branche generell?

Patrick Colles: Insgesamt positiv! Der Verband hat in den vergangenen zwei Jahren viele neue Mitglieder gewinnen können. Die Branche ist von hohem Tempo und starker Digitalisierung gekennzeichnet, was das Berufsbild des Elektrikers verändert. Aufgaben und Stellenwert eines Elektrikers wachsen – und wir bleiben am Ball, um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen.

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